www.lex-icon.eu   Stephen Crane Das offene Boot
 
Mit der Himmelsfarbe kannte sich keiner aus. Ihre Augen schweiften söhlig und verharrten auf den Wellen, die auf sie zu fegten. Diese Wolken waren grau, bis auf ihre Kämme, die weiß waren, und alle Männer kannten die Farben der See. Die Linie zwischen Himmel und Wasser wurde schmaler, breiter; sie sank, sie stieg.
Ein Mann badet gern in einem größeren Raum als das Boot ihn böte. Diese Wellen waren schrecklich schnell und hoch, und jeder wallende weiße Kamm war ein Problem in dem kleinen Boot.
Der Koch saß im Boden und schaute mit beiden Augen auf die sechs Zoll Boot, die ihn vom Ozean schieden. Er hatte seine fetten Arme entblößt, während er das Wasser aus dem Boot schaffte. Oft sagte er „Gott! Die war übel.“ Während er es feststellte, blickte er stets ostwärts über die rauhe See.
Der Öler, der das Boot mit einem der beiden Riemen im Boot führte, erhob sich bisweilen, um dem Wasser zu entgehen, das hereinströmte. Es war ein dünner kleiner Riemen, der immer wieder zu brechen drohte.
Der Korrespondent, der den anderen Riemen pullte, betrachtete die Wellen und fragte sich, warum war er hier.
Der verletzte Kapitän, der vorn lag, empfand Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Es war Verzweiflung, die einmal wenigstens selbst den Tapfersten und Duldsamsten ereilt, wenn das Geschäft mißlingt, die Armee verliert, das Schiff untergeht. Die Gedanken des Schiffers wurzeln tief im Holz des Schiffs, ob er es für einen Tag oder viele befehligt. Und dieser Kapitän sah in Gedanken deutlich eine Szene im Morgengrauen, mit sieben Häuptern, das Gesicht in die See getaucht. Und später die Reste des Schiffs, von den Wellen überspült, wie es tief und tiefer sank. Danach fand sich etwas Seltsames in seiner Stimme. Fest zwar, war sie tief vor Gram und von einer Art, jenseits von Rede oder Tränen.
„Halte ein wenig mehr südlich, Billie,“ sagte er.
„Ein wenig mehr südlich, Sir,“ sagte der Öler achtern.
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  aus dem Amerikanischen: The Open Boat, New York [Doubleday] 1898
 
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