www.lex-icon.eu   Victor Hugo Der Rhein
 

Ende der 1830er Jahre begab sich der französische Schriftsteller in den Strom der Rheinreisenden, unter denen sich nicht nur deutsche Geistesschaffende wie Brentano und Schlegel, sondern auch so illustre ausländische Künstler befanden wie der Dichter Lord Byron und der Maler William Turner, die alle zusammen zum Mythos der 'Rheinromantik' in Schrift und Bild beitragen.
Von allen Reisen, die Hugo unternommen hat, ist die Rheinreise die einzige, der er Raum in einer eigenen Veröffentlichung gegeben hat. "Der Rhein" ist ein Reisebericht aus Briefen, der in Frankreich beginnt und in der Schweiz endet. Beschrieben werden die Erfahrungen dreier Reisen, die Hugo in den Jahren 1838, 1839, 1840 unternommen hat. Die Briefform spiegelt jedoch eine Unmittelbarkeit der Mitteilung vor, die es so nicht gegeben hat; vielmehr handelt es sich um einen stilistischen Kunstgriff der Gliederung des Materials, das nach der Reise in Paris ausgearbeitet wurde. Hierzu dienten Hugo seine Notizhefte. Sie enthielten neben ausführlichen Aufzeichnungen vor allem Eintragungen der täglich gemachten Ausgaben, Anmerkungen, erfragte Auskünfte und Hinweise auf Straßennamen, Epitaphe und Graffiti, sowie flüchtige Bleistiftskizzen, die ihm als Erinnerungsstützen dienten.
In diesen Jahren war die Romantik schon in ihre Spätphase eingetreten. Die Dampfschiffahrt verkehrte regelmäßig und zog ein breites internationales Publikum an, das auf den ausgetretenen Spuren der Romantiker wandelte. Insofern überwiegt in seiner ebenso nachdenklichen wie humorvollen Reisebeschreibung bereits der Realismus, wenn er einen distanzierten Blick auf die Kulturlandschaft wirft und die Alltagsgewohnheiten und Marotten der Rheinländer aus der Erfahrung des französischen Touristen wiedergibt - etwa, wenn er einen ganzen Brief der Unsitte des Trinkgelds widmet, den er mit den Worten beschließt: "Ich war noch keine Viertelstunde in Aachen und hatte dem König von Preußen schon ein Trinkgeld gegeben."

  vollständige kommentierte Neuübersetzung nach der französischen Ausgabe von 1855
 
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